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(dieser
Bericht wurde auch auf neckarkarpfen.de
veröffentlicht. Das Copyright liegt bei den Autoren
bzw. hansafans.de!)
09.01.02 Mittwoch - Anreise und
erster Tag
10.01.02 Donnerstag -
zweiter Tag
11.01.02 Freitag - dritter Tag
(FCH-FCN 1:1)
12.01.02 Samstag - vierter Tag
13.01.02 Sonntag - fünfter
Tag (FCH-RWO 3:0)
14.01.02 Montag - sechster Tag
15.01.02 Dienstag - siebenter
Tag (FCH-Arnheim 0:3)
Abschlußbericht - Wir
haben noch nie ein TL beendet, ... (von Ingo)
„Ich krieg’ Euch nicht
scharf.“ – Oder: Trainingslager aus Frauensicht (von
Korinna)
Abschlußbericht
("offiziell" - von Focki und NB-Frank)
09.01.02, Mittwoch - Ankunft und
erster Tag
Um 08.30 Uhr geht es für die Profis heute morgen vom
Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel in Richtung Algarve. Nach
kurzem Flug kommt sie im Mannschaftsquartier, der
5-Sterne-Hotelanlage "Peninfa" nahe der Stadt
Portimao an, und schon am Nachmittag steht die erste
Trainingseinheit auf dem Programm. Bis auf die beiden Ägypter
Yasser und Emara sind alle Profis, ergänzt durch
Vertragsamateur Kevin Hansen und die drei Trainer, im
Quartier.
Wir treffen uns im Laufe des Vormittags am Flughafen
Tegel. Die Exklusivität unserer acht Mann starken
Reisegruppe spricht sich derart schnell herum, daß sich
die Mannschaft von Hertha BSC kurzerhand anschließt und
uns bis zum Zwischenstop in Malaga begleitet. Daß sich
mehrere Hanseaten Autogramme von ehemaligen
Hansaspielern geben lassen, dürfen wir aus Gründen der
Vereinsloyalität natürlich nicht erwähnen. Während
dann der BGS an Bord der Maschine ein kleines
rein-raus-Spiel mit dem Gepäck veranstaltet, vergnügen
wir uns mit Frau Antje M., der zuckersüßen Stewardeß
aus Halle, die vermutlich ebensowenig 26 Jahre alt ist,
wie wir Fans von Hertha sind. Der Lacher des Tages gehört
später dem Kapitän, der offenbar in einem Anflug
akuter Höhenkrankheit Hertha beim Ausstieg in Malaga
"das Erreichen der CL" wünscht.
Am Flughafen Faro nehmen wir mehrheitlich alkoholisiert
unsere drei Mietwagen in Empfang, eine Szene, die zukünftig
in keinem Schulungsvideo der Firma Alamo fehlen dürfte.
Auf dem Weg von Faro nach Praia da Rocha stoppen wir an
jeder tankstellenähnlichen Behausung und probieren alle
erhältlichen Biersorten aus. Dabei bleibt für uns
ungeklärt, ob die sprachliche Herausforderung oder die
Handhabung der Euro genannten Währung das örtliche
Verkaufspersonal vor größere Schwierigkeiten stellt.
Glücklicherweise kommen wir auf dem Weg zum Hotel an
einem der drei McD an der Algarve vorbei. Dort treffen
wir auf ein ebenso unbekanntes wie zeitfressendes
Produktionsprinzip: Erst wird bestellt, dann werden die
Burger gebraten. Spätestens als wir auf dem Parkplatz
"Mexiko" auf Maximallautstärke hören und mit
Bierdosen Trainingslager spielen, beginnt der Manager,
uns nervös zu umkreisen. Ein sicheres Zeichen, sich
schließlich auf die Suche nach dem Hotel zu machen.
Der Praia da Rocha Club scheint nicht nur der größte,
sondern auch der humorloseste Hotelkomplex in Portugal
zu sein. Weder die heimatliche mecklenburgische
Beflaggung noch das Randalieren zwischen 10 Uhr abends
und 8 Uhr morgens scheinen erlaubt zu sein. Letzteres
lernen wir von dem Beschwerdeschreiben der Direktion,
das uns umgehend zugestellt wird. Dabei erfüllt uns als
Air-Marin-Kunden insbesondere der letzte Satz mit
blanker Angst: "Neckermann will receive a copy of
this letter". Dabei wollen wir doch lediglich den
Staub der langen Reise die Kehlen hinunterspülen. Können
wir denn etwas dazu, daß uns in der Hotelbar ein Fan
von Ipswich Town über den Weg läuft, mit dem wir dann
eine Karaoke-Version von "You´ll never walk alone"
anstimmen müssen? Und kann man es uns verdenken, daß
wir mit den Viechern in deren Zimmer ein Begrüßungsbierchen
nehmen wollen? Na also... Zu morgendlicher Stunde wird
dann das Ende des ersten Tages eingeläutet.
Ingo_Nr_21
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10.01.02, Donnerstag - zweiter
Tag
Der Tag beginnt für Focki mit einer sehr individuellen
Begrüßung: Bei seinem Morgenlauf kackt ihm erstmal
eine Möwe ganz gediegen auf die Schulter. Willkommen in
Portugal. Das Frühstück im Anschluß setzt sich aus
weitgehend geschmacksfreien Nahrungsmittelimitaten
zusammen, eine geschickte Mischung, die offenbar die
Vorlieben der Urlauber aus allen Regionen Englands
abdecken soll. Spätestens dieses Frühstück hilft uns,
den doch recht günstigen Reisepreis zu erklären.
Da wir inzwischen festgestellt haben, daß selbst
Korinna, die einzige Frau in unserer Gruppe, ohne Pille
angereist ist, werden die Zuckungen in unseren Gliedern
immer stärker. Also schwingen wir uns in zwei Gruppen
auf die örtliche Flanellmeile und erstehen fast
zeitgleich zwei Spielgeräte. Puh, Trainingslager
gesichert. Um zu testen, ob eher der für 8 Euro oder
der für 11 Euro erstandene Ball das echte
Copa-Cabana-Feeling vermittelt, gehen wir dann zum
Kicken an den Strand. Verstärkt um einen kleinen
Portugiesen (14), den wir kurzerhand "Figo"
taufen, verzaubern wir sechs gegen sechs das ebenso spärlich
angereiste wie mehrheitlich über 70 Jahre alte
Erfolgspublikum.
Zum verdienten Bier, das auf Kosten der Verlierertruppe
geht, setzen wir uns dann in die Strandbar. Auf die
Frage, ob er eine Schwester hat, verweigert Figo noch
hartnäckig die Antwort. Aber seine Lieblingsvereine
kann er dann doch nicht für sich behalten: Real Madrid
und ManU. Auf die Bemerkung "Das is ja langweilig,
die gewinnen doch immer" antwortet er wie erwartet:
"Das is ja der Grund". Ich denke, zum
Hansa-Fan werden wir diesen fernsehverwöhnten Japper
nicht mehr bekehren können. Ein wenig Nachsicht bekommt
er dann doch, als er uns erzählt, dass er eigentlich in
Südsfrika wohnt und nur zu Besuch bei Verwandten in
Portugal ist.
Gegen 15 Uhr brechen wir dann zum ersten Training am
Mannschaftshotel auf. Dieses umfaßt einen Golfplatz und
ist idyllisch direkt an der IC 126, der
Hauptverkehrsstraße von Portimao nach Lagos, gelegen.
Den Trainingsplatz auf der anderen Seite der Landstraße
erreichen wir durch eine Unterführung, die sich vom
Charme her mit jeder beliebigen deutschen U-Bahn-Unterführung
messen kann. Am Ende sind wir 21 Hansa-Fans mit vier
Transparenten, die sich die Zeit abwechselnd mit Kicken,
Bier trinken und Pinkeln vertreiben, was beim Platzwart
eine gewisse Nervosität verursacht. Nachdem wir seine
Frage, ob der Platz in Ordnung sei, mit einem "die
Landstraße ist etwas laut" beantwortet haben,
sollte selbst ihm dämmern, daß es viel Arbeit bedarf,
aus einem Esel ein Rennpferd zu machen.
Die Mannschaft läuft dann begleitet von einigen
Vertretern des portugiesischen Fernsehens gegen halb fünf
zum Training auf. Nach kurzem Hallo ist es Armin Veh,
der den Kontakt zu uns sucht. Insbesondere seine Fragen,
wo wir denn herkämen und ob wir zufällig da seien,
sind uns nur vor dem Hintergrund seiner bisherigen
Trainerstationen verständlich. Jedenfalls ist er überrascht,
davon zu erfahren, daß wir unseren Aufenthalt
"strategisch geplant" und einen Mordsspaß
dabei haben, "Urlaub zu machen, wo andere
arbeiten". Wir plauschen dann eine Weile mit dem
Masseur, während das Fernsehn schon zum nächsten
lokalen Event verschwindet, die Mannschaft sich warmläuft,
ein wenig Schußtraining macht und schließlich die
Trainingseinheit mit einem kleinen Spielchen 11 gegen 11
abschließt. Jetzt gegen halb sieben ist es schon fast
dunkel und wir fahren via McD und Lidl zurück zum
Hotel. Hier beginnt dann erneut der Wettlauf mit dem Kühlschrank,
den wir natürlich dadurch für uns entscheiden, daß
die letzten Bierchen noch warm sind, als sie geleert
werden.
Ingo_Nr_21
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11.01.02, Freitag - dritter Tag
Nur wenige Stunden nachdem der gestrige Tag für die
letzten Aktiven in der selbsternannten "creaziest
bar on earth", einer Live-Music-Pinte, ausgeklungen
ist, treffen sich heute bereits zwei dieser Nachtschwärmer
zum morgendlichen Joggen, frei nach dem Motto: Ist die
Nacht schon ruiniert... Draußen empfängt sie ein
bedeckter Himmel, es wird aber den ganzen Tag trocken
bleiben und gegen Mittag ungefähr 17 Grad warm sein.
Den Vormittag verbringen wir mit Einkaufen,
Kartenschreiben, zum Teil im Internet-Cafe oder auf der
Strandpromenade bei einem leckeren Capuccino. Um halb
zwei treffen wir uns, um mit sechs Autos im weiss-blau
beflaggten Korso nach Vale de Lobo zu fahren, wo um 15
Uhr 30 ein Testspiel gegen den FCN stattfinden wird.
Nachdem wir im örtlichen Einkaufszentrum noch schnell
Biervorräte (darunter mit einer 3-Liter-Flasche
Heineken eine echte Rarität aus dem Giftschrank der
holländischen Armee) für den Nachmittag an Bord
genommen haben, fahren wir via Landstrasse Richtung Faro.
Der deutlich schnellere Weg über die Autobahn wird im
vorwegfahrenden Wagen der Sturmvögel abgelehnt, weil
man befürchtet, "keine Ausfahrt zu finden".
Auch die ursprüngliche Entfernungsangabe von 30 km lässt
einige Zweifel am Orientierungssinn unserer Piloten
aufkommen, als der Kilometerzähler die 60er Marke
spielend überschreitet. Vale de Lobo ist eine
Ansammlung von Golfplätzen, die nur durch eine Vielzahl
von Kreisverkehren getrennt zu sein scheinen. Alles in
allem prima Voraussetzungen, um ein paar Extrarunden
durch den Ort zu drehen und dann mit Müh und Not 15
Minuten vor Anpfiff mit dem Golf-, Golf-, nochmal Golf-
und Sport-Hotel "Berringtons" die Spielstätte
zu finden.
Die Nürnberger werden schon von weitem mit einem kurzen
"Absteiger" gebührend begrüßt, bevor wir
erst mal unsere Transparente am Zaun anbringen. Da die
Repiras als Ergebnis einer eindrucksvollen Form von
Teamarbeit ("ich dachte, Du hast das Transparent
mitgenommen") hierbei beschäftigungslos sind,
nutzen sie als erklärte Fotohuren die Gelegenheit, nach
dem Posieren mit Beinlich und Rehmer auch mit Hans Meyer
abgelichtet zu werden. Unser Mob bezieht dann Position
auf einem kleinen Hügel hinter dem Hansa-Tor, der
normalerweise den Golfspielern als Trainingshügel
dient. Hier finden sich Dutzende von Golfbällen, die
wir nach dem Spiel als Souvenirs mitnehmen und von Armin
Veh signieren lassen. Seine Zweifel bezüglich ihrer
Herkunft zerstreuen wir mit einem überzeugenden
"die haben wir mitgebracht". Den Kalauer des
Tages gönnt uns in diesem Zusammenhang Joachim von der
Bild-Zeitung, als er die kleine Autogrammstunde des
Trainers mit den Worten kommentiert: "Jetzt bist Du
froh, dass Du nicht Störzenhofecker heisst".
Das Spiel bestimmen weitgehend die Nürnberger, sie sind
etwas aktiver und beweglicher und gehen Mitte der ersten
Halbzeit folgerichtig mit 1:0 in Führung. Die Chancen
lassen sich für beide Teams an einer Hand abzählen,
unter anderem deshalb, weil die ebenso übergewichtig
wie lauffaul wirkenden Linienrichter die Fahne lieber
einmal zu viel heben als zu wenig. Ganz offensichtlich
sind hier die Platzpfleger der Golfanlage kurzfristig für
den Dienst an der Seitenlinie verpflichtet worden.
Nachdem die zweite Halbzeit offen gestaltet werden kann,
erzielt der FCH durch Marco Weißhaupt auf Vorlage von
Baumi kurz vor Schluß den verdienten Ausgleich.
Deutlich spannender als das Spiel ist da schon das
Scherzen mit den Ersatzspielern, das Sammeln von
Autogrammen oder der Versuch, die Golfbälle möglichst
mit der Hacke oder zugehaltenen Augen in den Trainingslöchern
zu versenken. Zur Halbzeit schaut ein NDR-Radioreporter
vorbei, der mit den altbekannten Fragen nach Hansa und
Trainingslager bzw. dem neuen Trainer ausgeprägten
Einfallsreichtum demonstriert. Nicht jeder kann dabei so
geschickt mit seiner Meinung hinter dem Berg halten wie
Sturmvogel Kai, der sich nach längerer Pause gerade mal
ein "Trainingslager mit Hansa, das lässt sich halt
nicht vermeiden" entlocken lässt. Aufgrund der
Pressepräsenz mahnt uns Mario, die wildesten Spielchen
mit den Golfbällen zu unterlassen: "Sonst heißt
es wieder die zwanzig Chaoten ... [Pause] ... Dabei sind
wir doch einundzwanzig."
Bereits während des Spiels erfolgt eine Kontaktaufnahme
mit den Nürnbergern. Sie sind nach eigener Aussage mit
24 Leuten am Start und damit leicht im Vorteil.
Allerdings hat sie die Reise nur 200 DM pro Person
gekostet, da sie sich verpflichtet haben, einige
offizielle Werbetransparente (ARO, adecco usw.) aufzuhängen.
Ob sie den Spielern im Zuge dieser Vereinbarung auch für
ausgefallene Sexdienste bereitstehen müssen, wollen sie
uns aber nicht verraten. Ausser ein bisschen Applaus für
ihr Team und "FCN"-Gejapper haben sie
letztlich nicht viel zu bieten, was Freibeuter-Andi
allerdings nicht hindern kann, sich seiner beim letzten
Auswärtsspiel entflammten Liebe zum Club voll
hinzugeben und ausführlich Ultra-Geschichtchen
("beim Derby in Fürth waren wir ja so geil")
auszutauschen.
Nach dem Spiel fahren wir dann getrennt zurück nach
Praia da Rocha. Lustigerweise treffen wir beim
Abendessen im Pizza Hut in Portimao auf eine Wagenladung
Viecher, was Mario zu der realistischen Einschätzung
"da kannste mal sehen, auch im letzten Winkel der
Welt, überall trifft man auf Hansa-Fans"
verleitet. Im Anschluss sammeln wir uns erst mal auf den
Hotelzimmern, um eine Angleichung der Alkohlpegel
vorzunehmen. Den deutlichen Vorsprung, den Andi zu
diesem Zeitpunkt aufweisen kann (als er - mit einer
vollen Flasche in der Hand - Lehms fragt, ob er mal ein
Bier hat), holt die übrige Gruppe kurzerhand mit einer
Flasche Wodka auf. Eine Prozedur, nach der man sich übrigens
nicht als Pole an Bord eines deutschen
Verkehrsflugzeuges begeben sollte, ausser man möchte
gerne in der Zeitung über sich die Schlagzeile
"Trunkenbolde stoppen Hertha BSC" lesen.
Ein fünfköpfiger Trupp - darunter auch eine Frau [tm]
- begibt sich dann erneut in die creaziest bar. Focki
gelingt es hier spielend, die Bedienung davon zu überzeugen,
dass es sich bei uns um gestandene deutsche
Bundesligaspieler handelt. Ihre Frage "und dann
trinkst Du jetzt hier?" umschifft er elegant und am
Ende gibt sie uns eine Runde "Puschkin Red - Red
Bull" aus. Gegen drei Uhr geht es gen Hotel
"damit dem Trainer unser Wegbleiben nicht auffällt".
Ingo_Nr_21
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12.01.02, Samstag - vierter Tag
Die erste Crew - Einmal Elferpölen mit Schober und
Flanken üben mit Benken
Nachdem Ingo vom Tippen schon reichlich Schwielen an den
Fingerkuppen hat, weil er die fälligen Berichte getippt
hat, ist es nun doch soweit, dass ich nicht mehr umhin
komme selber in die Tasten zu hauen. Der Grund ist so
einleuchtend wie banal, unsere Wege haben sich ein wenig
gezweigt! Der eine Teil fährt noch ein wenig Fussball
1. Liga Portugal und Spanien hoppen, wir fahren weiter
noch ein wenig Hansa äugen.
Der Tag beginnt doch sehr verpennt. Die Zeit zum
Aufstehen eher unchristlich, da wir uns das
Vormittagstraining zu Gemüte führen wollen. Das
morgendliche Joggen entfällt, nur ein kurzer Happen und
wir sind schon auf dem Ground! Das übliche
Vorbereitungstraining mit Torschussübungen laesst uns
erahnen, was den qualitativen Unterschied zwischen uns
und den Profis ausmacht. Mann, deren Waden sind meine
Oberschenkel (jedenfalls, wenn ich mir die von Kreso
anschaue!). Nach dem Training machen wir einen
Marathoneinkauf. Über anderhalb Stunden der keine Wünsche
offen laesst. Ein Schotte mit seiner Frau weiht uns in
die tiefsten Geheimnisse des Wiskeys ein, so dass zu den
ueblichen Biervorraeten auch noch die ein oder andere
Flasche im Korb landet.
Viel Zeit bleibt durch unseren ausgedehnten Kaufrausch
nicht, so daß wir die Pizza im Stehen futtern, um das
Nachmittagstraining nicht zu verpassen. Das
Nachmittagstraining ist stark geprägt von Ballübungen
(Ballführen, 5 gegen 2 u.s.w.)! Perry direkt vor
unserer Nase am Start, flackst immer wieder rum, so dass
mein Gesicht kaum noch die Ursprungsform mehr
einzunehmen vermag!!! Kleine Spielchen nach dem Training
um einige Euro und eine grössere Wette bei den
Verantwortlichen spiegeln doch die Lockerheit im Team
sehr gut wieder.
Die Fotohure Konjak und meinereiner fassen sich
kurzerhand ein Herz und laufen wie die Geisteskranken
auf Schobi zu. Der schon in Gedanken auf der Suche nach
einem passenden Fluchtweg mit unserer Frage ueberrascht
wird:"Schobi dürfen wir mal einen Elfer
knipsen?". Seine Antwort genau so schnell wie
unsere Schuesse:" Ja, aber seht zu, nicht dass alle
wollen!" Das Ende vom Lied, Konjak versiebt trotz
guten Schusses auch die beste Möglichkeit (wer hat was
anderes erwartet?!), und ich schiesse mein wohl
wichtigstes und schönstes Tor der Karriere!
Der Abend beginnt friedlich wie nie und endet bösartig
wie immer. Essen in einem sehr guten und doch günstigen
Restaurant (Squash-Hotel immer eine gute Empfehlung),
danach steht ein netter Rommeé-Abend an. Den wir jedoch
nach sieben Runden schon jäh abbrechen. Mein Weg ins
Bett wird von Frank und der Fotohure sofort verhindert,
mit den Worten:"Komm eine rauchen wir noch!"
O-Ton Frank und Konjak setzt hinterher:"Einen haben
wir immer noch getrunken, bevor wie ins Bett
gehen!!!" Dieser eine, entpuppte sich als
Vernichtungsakt aller bestehenden Bierreserven,
inklusive einer 3 Liter Heineken Flasche!!! Fuer unsere
Fotohure aber kein Grund, Frank nicht davon zu
ueberzeugen, noch einen Gang auf die Flanellmeile zu
wagen. Bei mir ging da allerdings schon gar nichts
mehr!!!
Dat Föcksche
Die andere Crew - Frank from New Burning Castle: two
points and a bonus point
Während sich die Sektion „Rommeé“, wie Ihr von
Focki gelesen habt, an die Hacken der Hansa-Kicker
geheftet hat, haben die Elite-Hopper unter uns an diesem
Wochenende bis zu zwei Länderpunkte gesammelt. Gestern
morgen fahren wir deshalb nach dem Training komplett bis
auf vier Leute nach Faro, wo Farense, der heimische
Verein, sein Erstligamatch gegen Salgueiros austrägt.
Sechzehnter gegen Dreizehnter, also auf den ersten Blick
so was wie Cottbus gegen den FCH. Dass wir am Ende eher
mit Wattenscheid gegen Braunschweig (tut mir leid, so
viel Eigenwerbung muß sein, Leute) bedient werden, können
wir zu diesem Zeitpunkt allenfalls ahnen. Vor dem
Stadion gibt es zur körperlichen Stärkung statt
Stadionwurst oder Stadionwurst heiße Maronen oder
Tintenfischringe. Grund genug, zuerst die Fankneipe
gegenüber dem Stadion aufzusuchen, wo wir das
einheimische Volk mit einem schnell improvisierten „Fari-Faro-Farense“
in Stimmung bringen.
Wir beziehen unseren acht Euro teuren Platz auf der
Gegentribüne des Stadions, das, mitten in der Stadt
gelegen, ein Fassungsvermögen von 6.500 Zuschauern
vorweisen kann. Dabei sind die Plätze in den oberen
Etagen der hinter der Haupttribüne gelegenen Hochhäuser
im Lichtenhagen-Stil wohl noch nicht enthalten. Wir schätzen
die Zuschauerzahl auf ungefähr 1.800, darunter 15
Stimmungsfans (darunter auch eine Trommel) der
Heimmannschaft und 5 Personen, die jubeln, als die
Gastmannschaft nach 20 Minuten mit 1-0 in Führung geht.
Wir unterhalten uns unterdessen mit den drei einzigen
Schwabennasen, die den VfB ins Trainingslager begleitet
haben und sich den Länderpunkt Portugal ebenfalls nicht
entgehen lassen. Durch zwei Tore der Marke
portugiesische-Torhüter-heute-bei-Aldi-ganz-billig
dreht Farense das Spiel in der zweiten Halbzeit noch um,
was dem anwesenden Volk neben Jubelstürmchen nicht mehr
als mehrfaches Davis-Cup-Klatschen abnötigt.
Jetzt hätten die Farenser eigentlich im siebten Himmel
sein können, wenn da nicht der leicht bewölkte Himmel
mit einzelnen Wassertropfen sein Missfallen über das in
technischer Hinsicht gebotene Gekicke zum Ausdruck
gebracht hätte. Kaum fällt der erste Tropfen,
verlassen einige hundert Zuschauer das Stadion, andere
spannen bei einer Regendichte, die den Norddeutschen im
Publikum lächelnd an einen vereinzelten Vogelschiss
denken lassen, gleich ihre Regenschirme auf. Wir fragen
uns bei dem gebotenen Fußball unterdessen, wer das Gerücht,
dass Südeuropäer und Afrikaner grundsätzlich Straßenfußballer
und damit technisch versierte Zauberer am Ball seien, in
die Welt gesetzt hat. Leicht enttäuscht, aber in der
persönlichen Statistik einen Schritt weiter, fahren wir
im Anschluß an dieses Spiel nach Praia da Rocha zurück.
Nach dem Abendessen schauen wir uns in der Sportkneipe
das Spiel FC Porto gegen Sporting an, eine Begegnung,
bei der wir uns immer wieder fragen: Ist das dieselbe
wirklich dieselbe Liga wie heute Nachmittag? Und das
liegt nicht nur an den drei Elfmetern in Halbzeit eins
und den drei roten Karten gegen Sporting in Halbzeit
zwei, nein, diesen Sport kann man getrost als erstes
echtes Fußballspiel an diesem Tag bezeichnen. Der Kick
geht am Ende unentschieden aus, den genauen Endstand
kenne ich dank Herrn Guiness allerdings nicht mehr (2:2,
Anm. d. Red.). Edgar oder auch Stricher genannt, der
Wirt in unserer Sportkneipe und bekennender Fan von
Sporting, quittiert die Schiedsrichterleistung souverän,
indem er wiederholt mit aggressiven Leerungshandlungen
gegen sein wie von Zauberhand stets gefülltes
Schnapsglas vorgeht.
In dieser Nacht von Samstag auf Sonntag, in der der
Deutsche für gewöhnlich Lotto spielt, sucht die
alleinstehende portugiesische Frau ganz offensichtlich
ihren Sechser im Touristenglückspiel. Diejenigen
Frankfurter und Rostocker unter uns, die jetzt zwischen
Sonnenaufgang und Morgen ihren achten Kneipenpunkt in
Praia da Rocha sammeln, lehnen nach eigenen Angaben
diese im Vergleich zum Alkohl relativ teure Zerstreuung
ab, tun sich noch ein Bier und suchen anschließend doch
noch vor dem Aufstehen ihr Hotelzimmer auf.
Ingo_Nr_21
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13.01.02, Sonntag - fünfter Tag
(Hansa-Oberhausen 3:0)
Die erste Crew
Der heutige Tag beginnt nicht besser als der gestrige.
Übermüdete Gesichter wohin man nur schaut. Das Frühstück
wird gegen 11 Uhr in die Kiemen geschoben, die
Geschmackssinne unterscheiden nur noch zwischen süss
und salzig!!! Das Mittagessen schliesst sich fast lückenlos
an, da wenig Zeit bis zum Testspiel zwischen Hansa und
Oberhausen bleibt. Der wiedergenesene Gaumen wird duch
gebackene Forelle mit Sahnesauce verwöhnt, die durch
zwei mitgeführte Köche in einer sehr spärlichen
Zimmerküche zubereitet wurde.
Die Abfahrt aus dem Hotel gestaltet sich ziemlich unüblich,
wir haben wirklich alles am Start - sogar das Banner ist
mit (wie geht das denn, die Repiras haben wirklich
nichts vergessen!!!).
Die Sturmvögel, 3 von den Güstrowern, Korinna von den
Freibeutern, Neckarkarpfen Mario, Lehms, die Fotohure
und meinereiner beherrschen das Fanbild auf dem Platz.
Auch heute ist die Stimmung zwischen der Mannschaft und
uns sowie den Verantwortlichen mehr als wir uns erträumt
haben. Ein lockerer Spruch hier und ein Schwätzchen da,
so soll es sein.
Das Spiel gewinnt Hansa mit 3:0, die Torschützen sind
der Reihe nach: Rene R., Markus B. und Magnus A.! Hansa
nur nach dem 1:0 ein wenig in die Defensive gedrängt,
bestimmt doch die gesamte Zeit das Spiel. In der zweiten
Halbzeit wird fast die komplette Mannschaft einmal
durchgewechselt - das nenne ich Rotation. Mit dem Spruch
des Tages brachte Armin Veh die Schiedsrichter- und
Linienrichterleistung auf den Punkt:"Dann gib doch
gleich dem Ristic die Fahne!" (der dem
Linienrichter wie zufällig über die Schulter schaute)
Auf Renés Frage, ob wir nicht zum Fussball äugen nach
Spanien wollten, fasse ich ganz tief in die Schleimkiste
und entgegne ihm, dass wir ja nur wegen Hansa hier
seien. Das ist ja nun mal wirklich so, aber vielleicht hätte
ich das nicht unbedingt verraten müssen.
Nach dem Spiel geht es in "Pitch
Invasion"-Manier auf den Platz. Der im Ort am
ersten Tag gekaufte Fussball weicht nicht mehr von
unserem Fuss, so dass wir den Profis auch ein wenig Fußball
vom feinsten vorführen. Sven B., von unseren Flankenkünsten
nicht ganz so angetan, entschliesst sich spontan einige
Flanken für uns zu schlagen. Hansafan, was willst Du
mehr??!!! Aber es geht noch besser, morgen geht es zu
einem gemeinsamen Fotoshooting mit der gesamten
Mannschaft!
In diesem Sinne: ALLES FUER DEN FCH!!!
Dat Föcksche
Die zweite Crew
Eine kleine Tüte Schlaf später treffen wir uns mit den
Viechern kurz nach zehn am Praia da Rocha Club, um mit
drei Autos die 250 km nach Sevilla in Angriff zu nehmen
und das Spiel Betis gegen Malaga zu sehen. Die Fahrt
geht über nagelneue EU-Autobahnen, die so leer sind,
wie bei uns die A 20 am Samstag morgen. Spannend wird
die Fahrt kurz hinter der Grenze durch die Frage: Wie spät
ist es eigentlich in Spanien? Wegen der Zeitumstellung
rollen wir nach knapp dreistündiger Fahrt nur etwa drei
Stunden vor Spielbeginn vor das Stadion "Manuel
Ruiz de Lopera". Die Ticketschalter sind noch
geschlossen, der billigste Platz kostet laut Anschlag 18
Euro. Die Situation versucht ein spanischer Schwarzhändler
dadurch zu nutzen, dass er behauptet seine Karten der
teuersten Kategorie wären garantiert die einzigen, die
wir noch bekommen könnten. Gelangweilt lassen wir ihn
stehen, um die Stadionrunde zu vollenden und dann eine
Bodega aufzusuchen und sie wie gewohnt zur
Fanprojektkneipe umzuwandeln.
Während ich mich in ein Taxi setze, um in der Stadt den
einen oder anderen Kulturpunkt sowie den McD-Länderpunkt
zu sammeln, vergnügen sich die anderen in der Bodega in
Stadionnähe. Als die ersten Zuschauer ihre Autos
abstellen, zeigt sich, dass der Spanjockel mit dem
gemeinen Zigeuner eine symbiotische Verbindung
eingegangen ist: Der Zigeuner kassiert, um die Autos vor
Schäden durch Meteoriteneinschläge oder abstürzende
Flugzeuge zu bewahren. Wer zahlungsunwillig ist, dem
wird mit einer kurzen, aber beeindruckenden
pantomimischen Vorführung klargemacht, was seinem Auto
sonst noch alles zustossen könnte.
Wir trennen uns jetzt, um im Gewühl vor dem Stadion
noch Pins, Programmhefte oder auch nur etwas zu essen zu
erstehen. Frank erzählt uns später, dass er durch ein
unvorsichtiges Abbiegen aus der Kneipengasse der
Betis-Fans zum Urinieren fast sprichwörtlich dem
heimischen Hool-Mob ans Bein gepinkelt hat. Da er und
Rocky sich zur Begrüßung ein „FC Sevilla *klap klap*“
oder „Fuck Spain“ verkneifen können, gelangen sie
dann unversehrt zurück in die Menge, die sich
unterdessen damit in Stimmung bringt, dass immer wieder
Knallkörper gezündet werden, die so laut sind, dass
sie in Deutschland 100prozentig verboten wären.
Das Stadion hat drei Sitzplatzränge und ist zur einen
Torseite hin mit nur einem Sitzplatzrang offen. Auf
dieser Seite befindet sich der ungefähr fünfhundert
Mann starke Betis-Mob, der zum Anpfiff mit einer Choreo
aus grün-weißen Karos an den Start geht. Wir haben
kurz zuvor unsere Plätze im letzten Block im Oberrang
der Gegengerade eingenommen. Hier haben wir einen prima
Blick auf die Aktivitäten der Heimsupporter. Ihr
bevorzugter Schlachtruf ist „Puta Malaga“, was
bestimmt soviel heißt wie „in Malaga scheint immer
die Sonne“. Die erste Halbzeit wird durchgesungen,
inzwischen wächst der Gäste-Mob auf ca. 200 Supporter
an. Sie haben ein großes Transparent mit der Aufschrift
„Malaga por ti conquistamos“ (in etwa "Malaga
wir töten für dich", Anm. d. Red.) mitgebracht.
Betis geht dann in der 46. Minute in Führung, die
Stimmung bessert sich jetzt stetig, da die Heimfans
zudem noch die per Radio übermittelten drei Tore des FC
Barcelona gegen den Lokalrivalen FC Sevilla bejubeln können.
Wenn man den spanischen Stadionbesucher so betrachtet, fällt
einem auf, dass er regelmäßig seine Kinder mitbringt,
egal wie klein sie auch sind. So können wir so manchen
Sprössling zum Abfiff friedlich auf der Schulter seines
Vaters schlafend sehen. Die meisten Zuschauer haben
kleine Radios dabei, um über das Geschehen auf den
anderen Plätzen informiert zu sein. Dabei muß die
"primera division" so spannend sein, dass sie
ohne das Knabbern von Pistazien oder Bonbons nicht zu
ertragen ist, und um sich wieder ein wenig zu beruhigen,
ist soviel Cannabis um uns herum am Start, dass selbst
wir mit einem breiten, verklärten Grinsen aus dem
Stadion wanken. Während wir mit Sweatshirt und zum Teil
mit kurzen Hosen am Start sind, empfinden viele Spaniern
die abendlichen 13 Grad als so kalt, dass sie mit Mützen
und Handschuhen herumlaufen.
Nachdem Malaga 20 Minuten vor Schluss den Ausgleich
erzielt, kommen wir dann auch noch in den Genuss eines
feiernden Gästeblocks. Am Ende bleibt es beim
Unentschieden, wir klettern nach einigen abschließenden
Fotos die steilen Stufen (im Vergleich hierzu findet man
am Bökelberg geradezu Naturtribünen vor) zum Ausgang
hinunter. Draussen decken wir uns in einem Stadionkiosk
noch mit Cruzcampo-Literflaschen für 96 cent das Stück
ein, bevor wir wieder Richtung Portugal fahren. Meine
Besatzung aus Andi, NB-Frank und Jörg aus Güstrow
nutzt dann zudem den ersten Tankhalt zum erneuten Auffüllen
der Vorräte. Entsprechend lustig wird die Rückfahrt,
Frank hat es sogar so gut gefallen, dass er bei 160 km/h
Spanien einiges von dem in die laue Nachtluft zurückgibt,
was es ihm an Bierkultur gegeben hat. Für solch
aufrichtige Dankbarkeit bekommt er von uns zusätzlich
zu seinen beiden frischen Länderpunkten einen dicken
Bonuspunkt zuerkannt. Selbigen Cruzcampo stellt Frank
dann der daheimgebliebenen Rommeé-Fraktion als seinen
neuen Freund vor, mit der Randbemerkung, dass er auch für
die anderen einen Freund mitgebracht hätte.
Ingo_Nr_21
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14.01.02, Montag - sechster Tag
Hallo Ihr alle da draussen, während alle nach
durchzechter Nacht noch im Koma liegen, nutze ich die
Zeit um ein wenig auf der Tastatur rumzuklimpern.
Gestern hatten wir offizielles Fotoshooting mit der
Mannschaft. War ganz witzig. Unsere Fotohure (Konjak)
hat jetzt noch Tränen der Rührung in den Augen. Focki
nutzte die Gelegenheit auf Souvenirjagd zu gehen, was
ihm auch eindrucksvoll gelang. Wenn Ihr demnächst
jemanden mit ner FCH-Trainingsjacke in irgendeiner Pinte
dieser Welt seht, muss das nicht zwangsläufig einer
unserer Spieler sein vielmehr könnte es sich dabei um
Dat Föcksche handeln. Zum Mittag rafften sich unsere
beiden Hobbyköche auf und zauberten uns - typisch
portugiesisch- Makkaroni mit Tomatensoße.
Am Nachmittag war dann Sigthseeing, Sport und Abgammeln
angesagt. Die Reisegruppe Viecher sowie der
Braunschweiger machten weitere Kulturpunkte. Andere
aalten sich am Strand und Focki wies mich und Konjak in
die Geheimnisse des Squash-Spiels ein. Obwohl wir uns
ganz fest vorgenommen hatten, mal keinen drauf zu
machen, sollte der Abend der wohl heftigste der Tour
werden. Anders jedenfalls kann ich es mir nicht erklären,
warum heute morgen die Hotelzimmertür aufflog, ein
kleiner Mann mit (vor Wut) hochrotem Kopf hereinflog und
irgendwas von "finito" und "raus"
und "in 5 Min zu Hause" und
"Hotelverbot" fasselte. Ich meine, ihn als den
Manager des Hotels erkannt zu haben und konnte nicht
umhin, ihn erst mal mit einem "Du musst erst einmal
ne ganze Ecke ruhiger werden" zu verabschieden.
Jetzt überlege ich gerade, wie es dazu kommen konnte.
Ich denke spätestens als Konjak gestern sagte
"heute sprenge ich mich weg" nahm das Desaster
seinen Lauf. Mal sehen was der Tag heute so hergibt.
Heute Nachmittag steht das letzte Testspiel an. Ich
denke mal alle werden sich gleich wieder schwören,
heute nichts zu trinken und am Ende wird sich wieder
keiner dran halten. Obwohl..... bis jetzt haben wir uns
ja immer eine Hintertür offengelassen, um den Schwur zu
brechen. O.K., das solls auf die Schnelle gewesen sein.
Ich jedenfalls werde heute nichts trinken.... Ich schwöre!!!!
(Anm. d. Red.: hat er auch als einziger durchgehalten!)
Gruss NB-Frank
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15.01.02, Dienstag - siebenter
Tag (FCH - Arnheim 0:3)
Heute war um 10 Uhr Training. Als die Viecher um 11 Uhr
ankommen, ist gerade Schluss. Um 15 Uhr 30 geht es dann
weiter mit dem Testspiel gegen Vitesse Arnheim. Durch
drei Abwehrfehler in der nun praktizierten Viererkette
verliert der FCH 0:3.
Vor dem Spiel klatschen die Spieler sich ab,
offensichtlich ist die Stimmung in der Mannschaft sehr
gut. Wir überreichen Armin Veh eine
3-Liter-Heineken-Flasche, signiert von uns allen mit den
besten Wünschen fuer seine Zeit in Rostock. Der Trainer
ist gerührt, während Juri sich aufregt, dass für ihn
nichts abfällt. Kurzerhand signieren wir eine einzelne
Flasche "Super Bock" mit einem Dank für die
bisherigen Erfolge und überreichen sie ihm. Dessen
ungeachtet ist Vitesse etwas aggressiver und erzielt
durch individuelle Fehler in der FCH-Abwehr drei Tore in
der ersten Halbzeit.
In Halbzeit 2 kann der FCH das Spiel ausgeglichen
gestalten, ohne mehr als zwei zwingende Chancen
rauszuspielen. Und das bei nur noch 10 Arnheimern,
nachdem einer der Nicht-WM-Fahrer nach fiesem Foul vom
Platz gestellt worden ist. Am Ende bleibt es beim 0:3,
und wir nutzen die Chance zu einigen Fotos und einem
ausführlichen Gespräch mit Sven Benken.
So verrät er uns, dass er ein bisschen enttäuscht ist,
dass er nicht das ganze Spiel gespielt hat und davon
ausgeht, dass er nicht allzuviel Einsatzzeit in der Rückrunde
bekommen wird. Auf die Anmerkung, dass er in Cotzbus
Spieler des Jahrhunderts geworden ist, sagt er, dass er
schon stolz ist, dass sie damals 60 Spiele ohne
Niederlage absolviert haben. Aber das ist heute
vergessen. Er würde nicht nach Cottbus zurückgehen, um
sich nicht zu verderben, was mit seinem Namen dort
verbunden wird.
Er ist schon froh, dass er jetzt bei Hansa ist und möchte
nicht nach Ablauf seines Vertrages in den Westen gehen.
Dennoch muss er sehen, was in seinem Alter noch geht.
Und wenn der FCH ihm keinen Vertrag bietet, ist er sogar
bereit, mit seinem fünf Wochen alten Sohn nach England
zu gehen. Sein Vorteil ist, dass er mit 32 Jahren ablösefrei
ist. Allerdings möchte er nicht unterhalb der zweiten
Liga spielen.
Der Grund, warum er nicht gerne wieder in den Westen
wechseln möchte, ist, dass er zwar in Bremen eine schöne
Zeit hatte, aber er findet, dass dort die Leute
menschlich weniger zugänglich und mehr
erfolgsorientiert sind, und er ist mehr der offene Typ,
der nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Am
liebsten möchte er deshalb irgendwo Nachwuchstrainer
werden, ohne im Mittelpunkt des Interresses zu stehen.
Wir haben uns sehr über dieses lange nach Abpfiff geführte
Gespräch gefreut und wünschen ihm alles Gute!
Neckarkarpfen Mario und FCH Jabbor Ingo_Nr_21
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17.01.02, Abschlußbericht -
Wir haben noch nie ein TL beendet, ...
... ohne einen Abschlußbericht zu schreiben [tm]
Heute 18 Uhr. Ich verlasse das Büro, trete in den 3
Grad warmen Regen und denke mir: Vor nur 30 Stunden. Ja,
vor nur 30 Stunden lag ich noch in meinem schönen neuen
Hansa-Trikot am Strand von Praia da Rocha. Zu meiner
Ehrenrettung muß ich natürlich anmerken, daß ich es
nicht aus Überzeugung getragen habe, nein, sagen wir
mal ... hm ... alle T-Shirts waren dreckig. Das klingt
besser, doch, das ist gut.
Zunächst denke ich auch zurück an die letzten drei
Tage, über die ich Euch noch nicht berichtet habe.
Tage, an denen trotz 20 Grad warmen Sonnenscheins
Trainingsjacken ganz hoch im Kurs stehen. Ganz
offensichtlich haben sich da einige unserer Mitreisenden
besonders schnell dem einheimischen Kälteempfinden
angepaßt. Tage gefüllt mit packenden Rommée-Abenden,
die von lustigen Trinkspielen begleitet sind
(„schaffen wir zu Dritt die Flasche Whiskey in einer
Stunde?“). Andere hingegen geben sich an diesen Tagen
so enthaltsam, als hätte sie die Begegnung mit dem
heiligen Cruzcampo auf der Stelle bekehrt.
Als wahrer Höhepunkt des Trainingslagers kann in dieser
Phase allerdings nur der Kampf der glorreichen 18 mit
der Hoteldirektion gelten. Ob die morgendliche Frage vor
der Hoteltür „Ihr seid doch die Hannoveraner“ als
Startschuß gewertet werden muß, der Unterschätzung
unserer Gruppe im Hotel aktiv entgegenzuwirken, kann im
Nachhinein nicht mehr rekonstruiert werden. Zum Auftakt
jedenfalls bieten die Viecher an, kostenfreie
Funktionstests an ausgewählten Hotelfeuerlöschern
durchzuführen. Zentraler Programmpunkt ist dann das nächtliche
Unterhaltungsprogramm für die mehrheitlich Ü 70 alten
Mitgäste. Es wird extra so terminiert, daß diese nach
Mumienschieben in der Hotel-Bar und dem
Late-Night-Fernsehprogramm nicht Gefahr laufen können,
im Schlaf zu versterben. Und als wäre das nicht genug,
sind wir auch noch so freundlich, dem Hotelpersonal beim
Einholen der Hotelfahnen zur Hand zu gehen. Daß wir dafür
mit Zimmerentzug bestraft werden, werte ich als grob
unsportliches Verhalten seitens der Direktion.
Nach dieser Enttäuschung kann dann auch der Rückflug
nicht annähernd mit dem Hinflug mithalten. Zum einen
sind wir alle mehr oder weniger stark von der Woche
gezeichnet, zum anderen hat Air Berlin im Vergleich zur
Aero Lloyd auf dem Hinflug auch klar die schlechteren
Stewardessen am Start und legt ein saumässiges
Landeverhalten auf die Betonpisten.
Was mir von dieser Reise besonders in Erinnerung bleiben
wird, ist, daß sich während der letzten Tage jeder auf
auf seine Art bemüht, das Trainigslager für sich so
real zu gestalten wie möglich. So legen sich zum
Beispiel die Viecher im Mannschaftshotel an den Pool und
lassen sich mit den Worten „Hansa Rostock Football
Team“ vom Hotelpersonal bedienen. Andere wiederum
spielen Günter Netzers "ohne-Lagerkoller-geht-nicht-Spiel"
aus der Sportbild. Ob in diesem Zusammenhang das
Mitnehmen weiblicher Reiseteilnehmer nachträglich als
grob fahrlässig gewertet werden muß, vermag ich nicht
zu beurteilen. Allerdings denke ich, vieles in dieser
Woche Erlebte relativiert sich, wenn man z.B. mal –
wie von meinem gestrigen Herbergsvater Hertha-Freund
Bert geschildert - eine Auswährtstour mit Hertha BSE
gemacht hat (Stichwort "Prügelei mit dem
Hotelpersonal").
Für mich persönlich stand diese Fahrt unter dem Motto
„allein unter Zonis“, bin ich doch unter der
Konstellation „21 Leute, darunter eine Frau und ein
Wessi“ an den Start gegangen. Eine Tatsache, die mir
interessante Erfahrungen beschert hat. Nicht daß ich
jedem Wessi einmal solch eine Fahrt verordnen würde
(das ginge schon deshalb nicht, weil Armin Veh dann endgültig
vom Glauben abfallen würde), aber [ernst on] in Sachen
Freundlichkeit, Respekt, Menschlichkeit und
Verantwortungsbewußtein wurden hier aus meiner Sicht
wirklich Maßstäbe gesetzt [ernst off]. Wer mich dann
allerdings gar mit den Worten „Zonis sind die bessern
Menschen“ zitieren will, dem kann ich mit dem Verweis
auf alkoholbedingte Unzurechnungsfähigkeit meinerseit
gleich Post meines Anwaltes in Aussicht stellen.
Vielen Dank für dieses Erlebnis, sagt allen, die dabei
waren,
Ingo_Nr_21
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18.01.02, „Ich krieg’ Euch
nicht scharf.“ – Oder: Trainingslager aus
Frauensicht
Tja, mittlerweile dürften auch die letzten eisernen
Nachtschattengewächse nach einer Odyssee durch
portugiesische Tümpel den heimatlichen Hafen wieder
erreicht haben. Zeit für mich, die letzte Woche Revue
passieren zu lassen und Euch mal meine Eindrücke als
einzige Frau, die im Trainingslager am Start war, zu
schildern.
Mit großem Entsetzen musste ich als es bereits viel zu
spät war, feststellen, dass mein verzweifelter Versuch,
Schwestern for Hansa im Trainingslager zu mobilisieren,
gänzlich fehlgeschlagen war. Eine Analyse der Gründe
erspare ich Euch und mir wohl besser.
Dann mal durch, Korinna, zurück geht’s erst in einer
Woche. Mildernder Umstand war, dass ich mich mit
Neckarkarpfen-Mario, Andi von den Freibeutern, den drei
Repiras Lehms, Föckchen und Konjak sowie NB-Frank und
Eintracht-Jockel durchweg in bezaubernder Gesellschaft
befand.
Während ich die Anreise im Gegensatz zu manch anderem
recht puritanisch begann, entschloss ich mich bereits
nach dem ersten Sonnenuntergang dazu, portugiesisches
Bier zu kosten. Und als hätte ich dieses Zeichen nicht
ernst genommen, sollte sich das ganze nahezu
allabendlich fortsetzen. Glücklicherweise nicht in
derselben „Wegspreng-Manier“, die der ein oder
andere Kollege konsequent verfolgte. Einen
‚minimalen’ Beitrag dazu leisteten diverse mir
unbekannte Trinkspiele, die in mehr oder weniger
ausgereifter Form wiederholt zum Einsatz kamen. So habe
ich dann wenigstens auch was lernen können: Setz dich
nie neben einen, der Konjak heißt. Der Name ist
Programm[TM].
Trotz einiger morgendlicher Unpässlichkeiten, hab ich
mir Hansa pur gegeben. Weil, desterwegen war ich ja da.
Und was ich so gesehen habe, war gar nicht mal soo
schlecht. Wie allerdings die Umsetzung und Weiterführung
hierzulande erfolgen, werden wir sehen. Ich bin gespannt
und freu mich jedenfalls schon auf die Rückrunde.
Menschlich fand ich auch nur wenig enttäuschendes. Während
bei unserem ersten Aufschlagen auf dem Trainingsplatz
wohl eher noch Verhaltenheit ob des Erstaunens überwog,
gab’s recht bald das ein oder andere freundliche
Hallo, manchmal sogar in Verbindung mit einem Lächeln
zu hören. Ja ja, das ist es, worauf die Frau geachtet
hat. Das und diverse Beine und Hintern . Fazit: Marcus
Lantz macht nach wie vor die beste Figur, und auch sonst
wurde was für`s Frauenauge geboten. Und, als ob das
noch nicht genug wäre, möchte ich noch mal explizit
das verschwitzte René-T-Shirt erwähnen, das ich nach
dem Testspiel gegen Arnheim abgefasst habe . Nun ist
aber gut.
Im Nachhinein betrachtet, gab es nur sehr wenige
Momente, in denen ich mir gewünscht hätte, entweder
ein Mann zu sein, oder aber eine Alliierte zur Seite zu
haben. Aufgabenverteilung war nämlich glücklicherweise
nicht gleich Rollenverteilung, und weiblich-emotionale
Verzweiflungen wurden diskret belächelt. Focki und
Konjak haben in gemeinschaftlicher Arbeit ihr Können am
Herd beeindruckend unter Beweis gestellt. Was will frau
mehr? Seien es die ‚Freudentränen’, die der
Hotel-Generaldirektor kurz vor unserem Auszug in mir
ausgelöst hatte oder das Männern anscheinend völlig
unbekannte Gefühl aufkommender Panik beim bedrohlich
blinkenden du-solltest-besser-Benzin-nachfüllen auf
einer portugiesischen Autobahn ohne Tankstelle weit und
breit – einer der anwesenden Herren hatte immer ein
verständnisvolles Wort parat. Danke Männers .
Dennoch hatte ich vereinzelt erhebliche Schwierigkeiten,
die große Masse an männlichem Charme zu bewältigen.
Waren doch zumeist vier bis sieben Gefährten an meiner
Seite, erwies sich die Anwesenheit eines Vielfachen
davon als recht verwirrend für mich. Anders ist ein
ziemlich unüberlegtes und korrekterweise mit hochrotem
Kopf prämiertes „Ich krieg Euch nicht scharf“ beim
Fototermin mit der Mannschaft wohl nicht zu erklären.
Rückwirkend betrachtet, war alles halb so schlimm. Ich
habe mich super wohl gefühlt, es hat Spaß gemacht, Fußi
und männliche Vergnüglichkeit in harmonischer
Zweisamkeit hautnah zu erleben, und beim nächsten Mal könnt
ihr fest mit mir rechnen. Wenn ich mich nicht
umentscheide .
KorinnaFFM
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18.01.02,
"Trainingslager ist geil"
Wir befinden uns gerade auf dem Rückflug, von Faro über
Palma nach Berlin Tegel. Zeit, die gesamte Woche noch
mal "Paroli laufen zu lassen" [tm by Horst
Hrubesch].
Also irgendwann hatte es mit dem Hinflug begonnen, das
Hotel wurde eingenommen, und das erste Training
begutachtet. Wie bereits schon in den anderen Berichten
erwähnt, war die Stimmung zwischen Mannschaft und Fans
äußerst angenehm. Von Elfmeterschüssen gegen Schobi,
über Flanken von Benken oder dem einen oder anderen
Schwatz mit irgendeinem Spieler war einfach alles dabei.
Höhepunkt für alle, wohl das gemeinsame Fotoshooting
mit der Mannschaft. Die Fotohure und meinereiner hatten
zudem noch das Glück, jeweils eine Trainingsjacke zu
ergattern. Der Dank gilt hier Sven Benken und Rayk Schröder.
Korinna FFM brachte es auf ein verschwitztes T-Shirt von
René Rydlewicz!
So ergatterten alle irgendein Andenken von der
Mannschaft.
Als Dank für den super angenehmen Umgang von Armin Veh
mit den Hinterhergereisten, überreichten wir spontan
eine 3 Liter Heineken Flasche. Worauf der Trainer
meinte, dass er die wohl vor dem Rückflug vernichten
wolle, um vom Flug nicht so viel mitzubekommen. In
Anspielung auf eine vor 4 Tagen gedruckte Bildzeitungsüberschrift
(2 Trunkenbolde stoppen Hertha!), wiesen wir ihn darauf
hin, dass es nicht heißen muss Trunkenbold stoppt
Hansa!!!
Beim Einnehmen der vorher reservierten Sitzplätze auf
dem Rasen, nörgelte Juri uns dann allerdings an, warum
er immer leer ausgeht. Kreativ wie wir sind und mit dem
Rest Geschenkband, umwickeln wir kurzerhand eine kleine
Flasche Super Bock und überreichen unser Portugal
Kultwegsprengbier in der Halbzeitpause. Was von Juri mit
einem breiten Grinsen gedankt wird. Also so nah kommt
man nur im Trainingslager an alle Jungs ran.
Nachdem wir der Mannschaft einen guten Flug gewünscht
hatten, nahm sich Sven Benken noch mal ausgiebig Zeit
uns auch von seiner Seite aus ein paar private Sachen
auszuplaudern.
Das Wichtigste steht weiter oben, die anderen Details
behalten wir allerdings für uns !
Das Spiel gegen Arnheim endete bekanntlich 3:0.
Jedenfalls sind das die nackten Fakten aus der Zeitung.
Zum Spiel aus meiner Sicht, die 4er Kette ist noch so löchrig
wie ein Schweizer Käse (dies jedenfalls mein Eindruck
in der 1. HZ!). Doch wer beherrscht schon die 4er Kette
auf Anhieb. Nach einem Platzverweis gegen einen Spieler
von Arnheim, kommt Hansa viel besser zurecht und
erarbeitet sich die in der ersten Halbzeit zu seltenen
Chancen. Aber auch in diesem Spiel ließ Armin wieder im
großen Stil rotieren. Auch Kevin Hansen kam zu seinem
Einsatz und machte ein passables Spiel. Allerdings
schien er in den ersten Minuten nicht nur von seinem
Gegenspieler verfolgt zu werden, sondern auch von seiner
eigenen Nervosität. Ansonsten hatte er den Biss und den
Willen in diesem Spiel etwas zu bewegen.
Bewegend war auch die Nacht und der Morgen in unserer
Luxusherberge!! Nachdem wir den Abend mal wieder mit
einer ruhigen Runde Skat begonnen hatte, erklärte
unsere Fotohure trotzig: “Wollt ihr jetzt die ganze
Zeit Skaten? Dann spreng ich mich jetzt nämlich
weg!!!“
Aus Sympathie und Zuneigung zu Super Bock und Whiskey,
eröffneten wir den Abend dann mit einem: „Na ja,
einen haben wir immer noch......!!!“
Und schon war es wieder mal geschehen um unsere guten
Vorsätze: „Heute Abend trink ich aber wirklich
nichts!!!“ *g*. Dies war immer der entscheidende Satz,
bevor wir uns laut der Fotohure „UMENTSCHIEDEN!!“
NB-Frank war sofort mit einem Saufspiel am Start und ab
ging das gemeinschaftliche Wegsprengen in fröhlicher
Runde!!! Aber auch NB-Frank musste die Tücken des Geschäfts
kennen lernen. Noch am Anfang des Urlaub arger Gegner
von harten Sprit, konnte er sich nicht mehr der Macht
von der Fotohure und mir entziehen. Die 4 Mischen hatten
es so in sich, dass er zu gegebener Stunde die
Waagerechte einnahm. Unsere anschließenden Arien nahm
er durch die K.O.-Wirkung des Whiskeys nicht mehr wahr.
Im oberen Stockwerk hissten die Viecher zur kenntlich
Machung des Reviers mal wieder ihre Banner und probten
mit dem Feuerlöscher für den Ernstfall. Diese Feuerlöscherübung
entpuppte sich am nächsten Tag als gar nicht so
abwegig, da bei Sturmvogel Torstens Versuch, ein
Spiegelei zu braten, der Rauchmelder anschlug. Der
Manager in höchster Alarmbereitschaft versetzt,
erkundigte sich sofort was auf Ömings Stube am
abfackeln sei. Dieser entgegnete darauf nur ziemlich
gelangweilt: „Wieso wir machen uns nur ein
Spiegelei!“ Auch AndiFFM in der Nacht noch durch die
Viecher animiert, konnte nicht widerstehen, seinen
Doppelhalter (weil FFM hat ja kein Banner – Seitenhieb
*lach*) zu hissen.
Entgegen aller vorhergesagten Wetterberichte, fegte am
Morgen nach dieser Nacht der wohl heftigste Tornado
durch unser Zimmer und das in Gestalt des
Hoteldirektors. Mit einem riesen Satz flog die Tür auf
und wir wurden in italienischer Manier geweckt: „Ihr
habt fertig!“. Den Vorhang noch zur Seite und weg war
er. Auch den Viechern schien es so ergangen zu sein, da
man sie bereits wenige Minuten später schon mit dem
Handgepäck das Hotel verlassen sah. Wir versuchten es
da dann doch lieber auf die Schmusekurstour und
handelten ein „O.K. eine Nacht dürft ihr noch
bleiben!“ heraus. Danke an Focki und Korinna.
Hier übergebe ich zunächst an NB-Frank, da ein lecker
Essen im Flieger auf mich wartet und melde mich nach der
Nahrungsaufnahme mit weiteren Erlebnissen wieder....
Nachdem also die letzte Nacht gesichert war, (was für
ein Fehler vom Hotelpersonal) sollten die letzten
Zuckungen dieser Trainingslagerwoche erfolgen. Über das
Testspiel und dem Drumherum, berichtete ja Focki schon
weiter oben im Bericht ausführlich. So komme ich denn
zum letzten Abend, welcher auch so unser letzter gewesen
wäre, da wir pünktlich zum Auszug endgültig
verschissen hatten.
Was war geschehen? Nachdem der letzte Abend recht ruhig
begann, hauten sich Konjak, Focki und
Neckarkarpfen-Mario in Rekordzeit eine Flasche
Havanna-Rum hinter die Binde. Mit so lustigen Sprüchen
von Fotohure-Konjak wie „einen haben wir immer noch
getrunken bevor...“ oder „jetzt sprengen wir uns
richtig weg“ und etlichen weiteren dieser einprägsamen
Sprüche begaben sich unsere Kampftrinker letztmalig auf
die örtliche Flaniermeile. Dort muss wohl noch das ein
oder andere Getränk geflossen sein. Ähnlich gut am
Start waren die Viecher, welche sich ebenfalls am
letzten Abend die Kante gaben, um dann letztmalig dem
Hotelpersonal zu zeigen, dass wir hier sehr wohl in
Portugal und nicht in Afrika sind (Insider). Auf alle Fälle
hatte unsere Herberge am nächsten Morgen eine große
Fahne weniger, KorinnaFFM vergoss ob unserer Abreise
einige Freudentränen, wir sahen zu, dass wir unsere
sieben Sachen zusammen rafften und mit Schmackes verließen
wir fluchtartig das Hotel um dem –jetzt endgültig -
tobenden Hotelmanager nicht noch mal vors Visier zu
laufen. Das dabei keine Zeit mehr blieb um uns ins Gästebuch
einzutragen und damit unseren Dank für den netten
Aufenthalt im Hotel Ausdruck zu verleihen, sei hierbei
nur am Rande erwähnt. Ebenso die Tatsache, dass für
große Reinigungsaktionen der Zimmer die Zeit sehr knapp
ausfiel, ist nur eine der zahlreichen Episoden, dieser
zugegebenermaßen geilen Woche. Ich tippe mal, jetzt
(ca. 12 Stunden) nach unserer spektakulären Flucht, räumen
die Putzfrauen immer noch Leergut aus Schränken,
Schubladen, Abstellkammern und anderen aufnahmewilligen
Ecken unserer Behausung.
Irgendwie befinden wir uns alle auf dem Heimweg, Güstrower,
Viecher, Sturmvögel sowie unsere Reisegruppe bildeten
doch eine gute Gruppe um diese Woche noch lange in
Erinnerung zu behalten. Insgesamt waren wir mit 21
Leuten am Start wobei jeder in irgendeiner Form seinen
Beitrag abgab, um jetzt zu sagen.... JA DAS HAT
GEPASST......
Eine Kleinigkeit noch am Rande. Neben mir im Flieger
sitzt die Fotohure. Bis eben dachte ich noch, wir
durchfliegen Turbulenzen, so wackelte es neben mir.
Focki klärte mich dann jedoch auf, dass es
Fotohure-Konjak höchstpersönlich ist, der hier den
Flieger zum Wanken bringt. Der Bengel zittert um sein
Gepäck („hoffentlich kommt das unversehrt in
Deutschland an“), da er die frisch abgestaubte
Trainingsjacke dummerweise nicht mit ins Handgepäck
genommen hatte.
In diesem Sinne: "Alles für den FCH!!!"
Dat Föcksche & NB-Frank
PS: „Meeeeehr geht nicht!!!“
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